Die Antependien

Das Kirchenjahr wird bunt durch seine Farben:
Violett, Weiß, Grün und Rot haben ihre liturgische Bedeutung.
Diese ist am deutlichsten sichtbar am Antependium (lateinisch "Vorhang") am Altar. (In vielen Kirchen findet sich ein sol
ches Antependium auch an der Kanzel, in unserer Martinskirche allerdings nicht.)

Das Antependium in Violett



Violett ist liturgisch (also im gottesdienstlichen Zusammenhang) die Farbe der Buße - der inneren Vorbereitung und der Besinnung.
Zum Beginn des Kirchenjahres in der Advents- und später in der Passionszeit sowie dann am Buß- und Bettag, an dem es um den Blick auf das eigene Leben geht und um ein Umdenken oder auch eine Umkehr, ist sie zu sehen.

Betont durch die drei Kreuze steht bei unserem Antependium die Passion Jesu, sein Leidensweg hin zur Kreuzigung auf Golgatha, den wir in den Gottesdiensten in diesen Wochen bedenken, im Mittelpunkt.
Rechts davon ist ein Kelch zu sehen, der den Bund mit Gott symbolisiert. Durch ihn hindurch sind genauso helle Webstreifen zu sehen wie durch die brennende Kerze links.
Sie weist hin auf das Licht, das wir in der Adventszeit anzünden in der Erwartung auf den kommenden Gottessohn. In der nachdenklich-innehaltenden adventlichen Vorbereitung wie im Bedenken des Kreuzweges Jesu und des  Bundes, den Gott mit uns schließt, fällt sein Licht in unsere Zeit.

 

Ihr Dekan Michael Scheiberg

Das Antependium in Weiß

Das Altartuch(Antependium) in Weiß

Antependium in Weiß

 

Weiß ist die Christusfarbe, ist Ausdruck von Licht und Leben. Auch die Tatsache, dass Weiß keine der Spektralfarben ist, sondern deren Summe, beschreibt, dass Christus „alles in allem“ ist.
Das weiße Antependium bestimmt den Weihnachts- und nun den Osterfestkreis, der bis Pfingsten reicht und hängt am Dreieinigkeitsfest (Trinitatis) am Altar sowie am letzten Sonntag des Kirchenjahres, dem Toten- und Ewigkeitssonntag, der uns die Auferstehung der Toten und das ewige Leben vor Augen stellt.

 

Unser weißes Antependium in der Martinskirche ist eigentlich golden. In der Mitte ist eine Krone zu sehen und darin verwoben das Christusmonogramm. Was so aussieht wie die deutschen Buchstaben P und X, sind aber griechische Buchstaben. Das X heißt Chi, ist also unser Ch und das P ist das Rho, also unser R. Zusammengenommen bilden sie Chr – den Beginn des Christusnamens.

Und von dieser Mitte ausgehend erstrecken sich goldene Strahlen in alle Richtungen. Der Beginn eines Gesangbuchliedes legt sich nahe: „Jesus Christus herrscht als König!“

 

Ihr Dekan Michael Scheiberg